Fluchttüren

Unsere Mehrzwecktüren „MZ-1″ und „MZ-2″ können auch als Notausgangstüren nach DIN EN 179 oder Fluchttüren nach DIN EN 1125 ausgeführt werden.

Die Türen dürfen dabei ein Flügelgewicht von max. 200 kg aufweisen und einflügelig ≤ 1,3 m Breite und zweiflügelig ≤ 2,6 m Breite sowie ≤ 2,5 m Höhe groß sein.

Der Schutz des Menschen, nicht nur im Brandfall sondern auch bei möglichen Paniksituationen im Alltag, steht im Vordergrund. Daher wurden ab 1.04.2003 im Gebiet der EU zwei neue einheitliche Normen für die Beschlags-Ausstattung von Fluchttüren eingeführt. Diese Normen sind seit dem 27.02.2004 auch im Deutschen Baurecht verankert – somit geltendes Deutsches Recht und ab sofort zu beachten und umzusetzen. Wesentliche Anforderungen an Antipanik-Türen :

  • Fluchttüren müssen mit einer Handbetätigung innerhalb 1 Sekunde ohne Schlüssselbetätigung freigehen
  • Fluchttüren sollten nach außen öffnen
  • Rettungswege dürfen nicht versperrt werden
  • Schloss, Beschlag und Montagematerial dürfen nur noch als geprüfte Einheit verkauft und eingesetzt werden.

Dabei unterscheiden sich diese gegenüber Standardtüren im Beschlag: Es werden Antipanikschlösser und Panikdrücker oder Stoßplatten in die Türen eingebaut, die ein Öffnen der Türen auch im verschlossenen Zustand bei Panik ermöglichen. Das freie Ende des Türdrückers muss dabei so ausgeführt sein, dass es zur Oberfläche des Türflügel zeigt um das Verletzungsrisiko zu vermeiden. Darüber hinaus wird bei DIN EN 1125 die Türe auf der Fluchtseite mit einer waagrechten Panikstange aus Aluminium oder Edelstahl über die gesamte Türbreite ausgestattet, die im Notfall auch ohne Einweisung und auch von der Bandseite zu bedienen ist.

Der Unterschied zwischen den Normen liegt darin, das bei DIN EN 179 davon ausgegangen wird, dass im Gefahrfall nicht mit einer Panik zu rechnen ist und die im Gebäude befindlichen Personen die Rettungswege und die Bedienung der Fluchttürbeschläge kennen. Während bei DIN EN 1125 im Gefahrfall eine Panik entstehen kann und sich viele Personen ohne Ortskenntnis im Gebäude aufhalten (z.B. in Schulen, Krankenhäusern, Seniorenheimen, Kindergärten oder Einkaufszentren).

Die Festlegung was Notausgang oder Fluchttür letztendlich in einem bestimmten Objekt ist kann nur der zuständige Architekt bzw. die zuständige Bauaufsichtsbehörde entscheiden.

Hinweis zur Prüfung
Notausgänge nach DIN EN 179 werden mit einer maximalen Öffnungskraft von 70 Newton, die senkrecht auf den Drücker wirkt, geprüft. Die Verriegelungselemente der Tür müssen dabei entriegelt werden und die Tür selbstständig öffnen.
An Paniktüren nach DIN EN 1125 ist der Auslösedruck ebenfalls geregelt: Bei 2 unterschiedlichen Prüfungen wird das Verschlusssystem geprüft. Zum einen wird das Türelement ohne Vorlast getestet. Dabei muss bei einer maximalen Betätigungskraft von 80 Newton die Tür selbstständig öffnen. Bei der 2. Prüfung ist das Türblatt unter einer Vorlast von 1000 Newton ausgesetzt, dabei darf der Auslösedruck 220 Newton nicht überschreiten. Diese Werte gelten auch für zweiflügelige Türelemente, sowie Verschlusssysteme die über zusätzliche Verriegelungselemente wie Treibriegel oder Mehrfachverriegelungen verfügen.
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